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Zentrale Ausstellung: Viva Arte Viva

57. Internationale Kunstausstellung
la Biennale di Venezia

13. Mai - 26. November 2017

Viva Arte Viva
Zentrale internationale Ausstellung

Kuratorin: Christine Macel

Fototouren:


Viva Arte Viva

Christine Macel, die Kuratorin der 57. Internationalen Kunstausstellung, erläuterte ihr Projekt wie folgt:

Kunst legt heute angesichts weltweiter Konflikte und Verwerfungen Zeugnis vom wertvollsten Anteil dessen ab, was uns menschlich macht. Kunst bietet den ultimativen Austragungsort für Reflexionen, individuellen Ausdruck, Freiheit und zugleich für grundsätzliche Fragestellungen. (…) Mehr denn je erscheinen die Rolle, die Mitsprache und die Verantwortlichkeit der Künstlerinnen und Künstler im Zusammenhang zeitgenössischer Debatten als entscheidende Faktoren. Durch diese individuellen Einsätze gewinnt die Welt von morgen eine wenn auch sicherlich noch ungewisse Gestalt, für die Künstlerinnen und Künstler oft ein besseres Gespür bewiesen haben als andere.

Viva Arte Viva ist ein Ausrufezeichen, leidenschaftlich will sie die Kunst und die Situation des Künstlers / der Künstlerin ins Bewusstsein rufen. Viva Arte Viva ist eine Biennale, die mit den Künstlerinnen und Künstlern, durch sie und für sie geschaffen wurde, es geht ihr um die von ihnen vorgestellten Formen, die von ihnen aufgeworfenen Fragen, die von ihnen entwickelten Arbeitsweisen, die von ihnen gewählten Lebensformen.


Christine Macel - Video


Die neun Trans-Pavillons

Die Ausstellung im Arsenale und dem Zentralen Pavillon in den Giardini entfaltet sich organisch als eine Abfolge von Pavillons, die den Besuchern eine Reise von der Innerlichkeit zur Unendlichkeit bieten. Diese neun Trans-Pavillons führen Werke von Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Generationen und Herkunft zusammen und folgen aufeinander wie die Kapitel eines Buches:

Der Pavillon der Künstler/innen und Bücher: Die materiellen und geistigen Welten der Künstler/innen kommen zur Entfaltung, insbesondere durch ihre Beziehung zum Buch, zum Text im weiteren Sinne, zur Erkenntnis, dem Leitmotiv zahlreicher Werke.

Der Pavillon der Freuden und Ängste beschwört die Beziehung des Subjekts zu seiner eigenen Existenz, seinen Gefühlen und Empfindungen, oder zu denen herauf, die es selbst erzeugt.

Der Pavillon der Gemeinschaft im Arsenale vereint Künstler, deren Werk sich mit dem Thema der gemeinschaftlichen Welt befasst, mit der Art, wie eine Gemeinschaft gebildet werden kann, die über Individualismus und Partikularinteressen hinausreicht, stellen diese doch im heutigen, von Sorgen gekennzeichneten Klima ein besonders bedrohliches Phänomen dar.

Der Pavillon der Erde erinnert gleichfalls an die Utopien, Beobachtungen und Träume, die sich um die Themen Umwelt, Planet Erde oder auch Welt der Tiere rankten.

Der Pavillon der Traditionen: Darin präsentiert sind Arbeiten von Kunstschaffenden, die sich nicht nur mit der jüngeren oder jüngsten Zeitgeschichte, sondern mit einer fernen Vergangenheit befassen, als wären sie von einer archäologischen Sehnsucht nach Ausgrabung, Neulektüre und Neuerfindung getrieben.

Im Pavillon der Schamanen positionieren sich mehrere Künstler in der Abstammungslinie der „Schamanenkünstler" bzw. derjenigen, die nach einem Wort Marcel Duchamps auch missionarisch tätig werden, beseelt von einer inneren Vision.

Der dionysische Pavillon feiert den weiblichen Körper und seine Sexualität, das Leben und die Lust mit Freude und Witz; in seinem Mittelpunkt stehen zahlreiche Werke von Künstlerinnen.

Der Pavillon der Farben ist eine Art „Feuerwerk", in dem alle Themen der voraufgehenden Pavillons am Ende des Parcours des Arsenals zueinander finden; eine geradezu betörende Erfahrung, die dem letzten Kapitel vorangeht.

Der Pavillon der Zeit und der Unendlichkeit: Im letzten Kapitel taucht der Begriff der Zeit mit einer neuen metaphysischen Qualität auf: inmitten an Borges erinnernder Labyrinthe, der Spekulationen über eine in der Gegenwart enthaltene Zukunft oder über eine ideale Unendlichkeit.

Details zu jedem Kapitel:
komplettes Statement von Macel

 

Rahmenveranstaltungen und Projekte:

An allen Freitagen und Samstagen jeder Woche wird eine Künstlerin oder ein Künstler während der sechs Monate der Ausstellung zu einem Open Table (Tavola Aperta) einladen, wobei sie oder er das Publikum bei einem gemeinsamen Frühstück trifft, um die eigene Arbeit vorzustellen und in einen Dialog mit dem Publikum einzutreten. Diesen Veranstaltungen sind zwei Orte Vorbehalten, vor dem Hauptpavillon der Giardini und in der neuen Waffenkammer des Arsenals.

An diesen beiden Orten ist ferner ein Raum dem Projekt Künstlerische Praktiken gewidmet, eine Sammlung kurzer, von den Künstlern selbst gedrehter Videos, die ihre Weitsicht und ihre Arbeitsweisen entdecken lassen. In den der Eröffnung der Ausstellung vorangehenden Wochen wird jeden Tag ein Video auf der Website der Biennale freigeschaltet.

Diese beiden Projekte stehen allen Künstlern der Biennale offen. Jeder nationale Pavillon wird somit mittwochs tagen und donnerstags zur Teilnahme an der Open Table (Tavola Aperta) eingeladen sowie zum Hochladen von Videos auf die Künstler-Datenbank aufgefordert.

Beim Projekt Ich packe meine Bibliothek aus, angeregt durch Walter Benjamins Text aus dem Jahr 1931, stellen die Teilnehmer von VIVA ARTE VIVA eine Liste ihrer Lieblingsbücher zusammen. Diese wird in der Ausstellung des zentralen Pavillons sowie im Katalog zu sehen sein. Der Stirling-Pavillon beherbergt die von den Künstlern zusammengestellte, dem Publikum zur Verfügung stehende Bibliothek.

Parallel zur Ausstellung des zentralen Pavillons und des Arsenals sind verschiedene Sonderprojekte speziell für die Giardini, den Giardino delle Vergini und andere Orte in Auftrag gegeben worden.

gesamtes Statement von Macel


(Aus Presseinformationen.
© Foto von Macel: Courtesy La Biennale di Venezia.
© Andere Fotos: Universes in Universe)

Christine Macel / © Photo: La Biennale di Venezia

Christine Macel - Biografie

Arsenale di Venezia

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