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Pavillon von Uruguay

Künstler: Mario Sagradini

Kurator: Gabriel Peluffo Linari

Kommissar:
Alejandro Denes Fernández
Ministerium für Erziehung und Kultur

13. Mai - 26. November 2017
Pressetage: 10. - 12. Mai
Eröffnung: 11. Mai, 16:30 Uhr

Ort:
Nationaler Pavillon von Uruguay
Giardini della Biennale

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La ley del embudo

Uruguay ist auf der 57. Internationalen Kunstausstellung durch einen einzigen Künstler vertreten: Mario Sagradini (* 1946 Uruguay), dessen Schaffen ein ganz spezieller und bedeutender Beitrag zur zeitgenössischen Kunst ist. Nach der Rückkehr aus seinem politischen Exil in Italien (1978-1985), wo er als Grafiker arbeitet, in sein Heimatland wurde er für junge Künstler zu einem Bezugspunkt von großer Anziehungskraft, weil er bis heute eine ganz eigene Art pflegt, die Möglichkeiten der Kunst im Wechselspiel zwischen der Welt der Wörter und der Welt der Dinge auszuloten und umzusetzen - als Bewahrung von Objekten, Erzählungen und Erfahrungen, als eine Erkundung der Zwischenräume des Alltagslebens. So wie er oft mit ethnografischen Funden arbeitet, tut er dies auch sehr interessiert mit signifikativen Fragmenten der Geschichte, so dass er durch seine Kunstpraxis alternativ (oder simultan) den Künstler als Historiker und den Künstler als Anthropologen wieder aufleben lässt.

Die auf dieser Biennale gezeigte Arbeit besteht aus der Form eines "Embudo" (Trichter) genannten Viehgatters für Rinder, das in Uruguay seit dem 19. Jahrhundert benutzt wird. Der Künstler hat es ausgehend von einer alten Fotografie rekonstruiert.

Der Titel seiner Installation La ley del embudo (Das Gesetz des Trichters) ist ein volkstümlicher Ausdruck, der sich auf eine Ungleichheit der Behandlung durch das Rechtssystem bezieht (breit für wenige, eng für viele). Dem entspricht die Gefängnisform des Artefakts, dessen Ein- und Ausgang durch zwei Guillotinen ähnliche Portale bekrönt werden, was eine mysteriöse rituelle oder für Opferungen bestimmte Funktion suggeriert. In dieser politischen Maschine für die Selektion und Bestimmung des endgültigen Schicksals der Körper ist ein Teil einer mehr als hundertjährigen Geschichte der Landarbeit am Rio de la Plata synthetisiert, was auch als Metapher für die Macht und das Animalische der conditio humana verstanden werden kann.

Text: Gabriel Peluffo Linari.
© Aus dem Spanischen: Universe in Universe.


Veranstalter, Kontakt:
Dirección Nacional de Cultura
Ministerio de Educación y Cultura
San José 1116
11000 Montevideo
Uruguay

Presseanfragen:
info(at)studiobegnini.it


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